BREC

BREC steht als Kürzel für »Conservation of the Black Rhinoceros in the Erongo Volcanic Crater«. Das Ziel von BREC e.V. ist die Re-Naturierung und der Erhalt von Flora und Fauna von Wildnisgebieten. Das erste und vereinsnamensgebende Projekt befindet sich im Erongo-Vulkankrater in Namibia.

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Als vor 180 Mio. Jahren der Urkontinent »Gondwana« auseinanderbrach, bildete sich der Erongo-Vulkankrater. Er ist der größte erhaltene Ringkomplex im südlichen Afrika. Kraterrand und -boden bilden eine wohldefinierte landschaftliche Einheit mit einem Durchmesser von ca. 30 km. Der Kraterboden befindet sich auf einer Höhe von 1.300 m ü.NN. Der höchste Gipfel, der Hohenstein, hat eine Höhe von 2.305 m. Der Erongo ist ein schroffes und arides Gelände.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts blieb der Erongo vom Menschen bis auf eine äußerst extensive Nutzung während der Regenzeit unberührt. Das häufigste Motiv der Felszeichnungen sind Nashörner, Elefanten und Giraffen. Deren weite Verbreitung wird ebenfalls dokumentiert durch Reiseberichte der ersten europäischen Forscher. Nashornmahlsteine signalisieren ihre einstige Vorkommen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begannen deutsche Siedler im Erongo Landwirtschaft zu betreiben. Es wurden Zäune zur Haltung von Rindern und später, als Folge einer Pelzmode in den 1960ern, Karakulschafen errichtet und künstliche Wasserstellen geschaffen. Schon unter deutscher Verwaltung aber auch im Anschluss an den 1. Weltkrieg unter südafrikanischer Verwaltung basierte die wirtschaftliche Nutzung auf der politischen Zielsetzung der Konsolidierung der Herrschaft über das Land durch Besiedlung. Der Staat verfolgte dieses Ziel durch Subventionen. Wassermangel und karge Böden ermöglichten anderenfalls keine kostendeckende landwirtschaftliche Nutzung. Die Rinder und mit noch größerem Effekt die Karakulschafe überweideten das Gebiet, vor allem um die künstlich geschaffenen Wasserstellen, und führten zur Verbuschung der Landschaft. Spitzmaulnashörner zerstörten die Zäune und wurden als Schadtierart bejagt. Das letzte Spitzmaulnashorn wurde 1974 vom Erongo in den Etosha Nationalpark umgesiedelt. Die Elefanten waren bereits zum Ende des 19. Jahrhunderts durch Elfenbeinjäger ausgerottet.

Mit der Unabhängigkeit Namibias 1989 und dem damit verbundenen Wegfall der bereits reduzierten Subventionen verstärkte sich eine Entwicklung weg von landwirtschaftlicher Nutzung hin zu einer extensiven, auf Nachhaltigkeit angelegten Nutzung durch Tourismus. Im Jahr 1998 bildete der größere Teil der Landeigentümer im Vulkankrater und angrenzender Gebiete den Erongo Mountain Rhino Sanctuary Trust (www.erongo.org) mit einer Gesamtfläche von ca. 200.000 ha. Der Trust verbietet die landwirtschaftliche Nutzung, verpflichtet sich auf Renaturierungsmaßnahmen und verfolgt das Ziel, vormals heimische Tierarten wieder anzusiedeln und lebensfähige Populationen zu entwickeln. Eine wirtschaftliche Nutzung steht unter der Bedingung der Nachhaltigkeit, woraus letztlich folgt, dass ausschließlich Individualtourismus gestattet ist. Der Trust arbeitet vertrauens- und wirkungsvoll mit dem Ministerium für Umwelt und Tourismus und der Tubusis Community, dem politischen Zusammenschluss der angrenzend lebenden Menschen, zusammen.

Ein Ergebnis dieser guten Zusammenarbeit ist die Wiederansiedlung des Spitzmaulnashorns in den Erongo. Im Jahr 2007 erhielt der Trust als Treuhänder sechs Spitzmaulnashörner aus dem Etosha Nationalpark und im Jahr 2009 zwei weitere. Bis 2011 wurden bereits zwei Kälber geboren. Diesen Erfolg gilt es vor dem Hintergrund zu bewerten, dass sich die Zahl wildlebender Spitzmaulnashörner von 1960 bis 2012 vor allem durch Wilderei von 250.000 auf 2.000 Tiere reduziert hat. Die Ursachen für die Wilderei liegen in dem Irrglauben einer potenzsteigernden Wirkung des Horns, und auch in der jemenitischen Tradition, Nashorn als Dolchscheide zu verwenden. Um das Risiko der Wilderei zu streuen, verfolgen CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora, www.cites.com) der WWF (World Wild Life Fund, www.wwf.com) der Safe the Rhino Trust (www.savetherhinotrust.org, www.blackrhinonamibia.com) und die Naturschutzbehörde Namibias die Strategie, die Population der Spitzmaulnashörner geografisch zu verteilen. Der Erongo wurde vor Einbürgerung der Nashörner von Experten des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz begutachtet. Es wurde festgestellt, dass ein nachhaltiger Bestand von 70 Tieren anzustreben ist. Damit qualifiziert sich der Erongo für den Status eines Nashornschutzgebietes »of world importance«. Spitzmaulnashörner haben gemäß CITES den dringlichsten Status vom Aussterben bedrohter Tierarten. Sie sind aufgeführt im sogenannten Anhang 1.

Ebenfalls bedrohte Tierarten, die im Erongo in stabilen Populationen vorkommen, sind Hartmann-Bergzebra, Klippspringer, Damara-Dikdik, Leopard, braune Hyäne und Schwarznasenimpala. Auch Elefanten sind in den Erongo zurückgekehrt. Es bestehen Brutpopulationen von Wanderfalke, Kaffernadler und Zwergadler. Darüber hinaus sind 7 endemische Vogelarten heimisch, z.B. das Hartlaub-Frankolin und der Rüppel-Papagei, sowie viele endemische Reptilien, wie z.B. die angolanische Zwergpython. Der Erongo hat neben dem Brandberg die größte Biodiversität Namibias.

Die Hauptmaßnahmen zur Renaturierung und zum Schutz der besonderen Flora und Fauna des Erongo durch BREC beinhalten
- die Bekämpfung von Wilderei und, damit eng verknüpft
- die Unterbindung von illegalem Halbedelstein-Schürfen
- die Entbuschung und
- die Entfernung von Zäunen.

Eine notwendige Voraussetzung für unseren Erfolg ist es, bei den politischen Entscheidungsträgern und der lokalen Bevölkerung erfolgreiche Überzeugungsarbeit zu leisten und diese möglichst zu involvieren und partizipieren zu lassen.

Die Renaturierung des Erongo und weiterer Gebiete und der Aufbau und Schutz von Populationen bedrohter Tierarten ist ein langfristiges Projekt. Wir von BREC glauben, dass wir mit Ausdauer diese Ziele erreichen werden.

Wir hoffen, dass Sie den Verein BREC e.V. als unterstützungswürdig erachten.